Eurobond

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Was ist ein Eurobond?

Ein Eurobond ist ein Wertpapier, das alle Eigenschaften einer klassischen Anleihe hat, mit einem Unterschied - es wird außerhalb des Herkunftslandes der Währung platziert, in der es notiert ist. Eurobonds werden an internationalen Märkten (Börsen) gehandelt. Meistens lauten sie auf Euro, US-Dollar, britische Pfund, Yen und Schweizer Franken.

Ein Eurobond kann daher als mittel- oder langfristiges Inhaberpapier definiert werden, bei dem der Emittent (Herausgeber) verpflichtet ist, dem Inhaber eine bestimmte Leistung zu erbringen. Dies ist die Zahlung des Betrages der Eurobonds zusammen mit den in bestimmten Abständen fälligen Zinsen bis zum Ablauf der Laufzeit des Papiers.

Wie sieht der Eurobond-Markt aus?

Der Eurobond-Markt ist ein Beispiel für einen Markt mit perfektem Wettbewerb. Was bedeutet das in der Praxis? Das bedeutet, dass der Preis von Eurobonds auf dem freien Wechselspiel von Angebot und Nachfrage basiert. Wie inländische Anleihen können auch Anleihen, die auf eine andere Währung als die des Landes, in dem sie platziert werden, lauten, auf dem Primär- und Sekundärmarkt verkauft werden.

Im Falle von Sekundärmärkten werden Eurobonds über Banken verkauft, die sich auf diese Art von Dienstleistung spezialisiert haben. Sie schaffen geeignete Bedingungen für die vorzeitige Rückzahlung der Eurobonds.

Der Eurobond-Markt wurde 1963 ins Leben gerufen und ist seitdem schnell gewachsen:

  • Deregulierung der Finanzmärkte in entwickelten Ländern
  • Liberalisierung der Devisenbestimmungen
  • größeres Interesse an Verbriefungen, d. h. der Aufnahme von Krediten in Form von Schuldverschreibungen
  • Globalisierung der Finanzmärkte
  • Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen
  • technologische Entwicklung, um die Vernetzung zwischen den Banken zu erhöhen.

Welche Unternehmen können Eurobonds ausgeben?

Für den Emittenten von Eurobonds sind sie eine Form langfristiger Kredite, die in einer anderen Währung als der Landeswährung gewährt werden. Die daraus resultierenden Erträge können z. B. zur Finanzierung eines größeren Investitionsprojekts oder zur Rückzahlung von Auslandsverbindlichkeiten verwendet werden.

Eine Reihe von Unternehmen, die in vier Sektoren gruppiert sind, sind zur Ausgabe von Eurobonds berechtigt, darunter:

  • der öffentliche Sektor - dazu gehören Regierungen, lokale Behörden und staatliche Unternehmen
  • der private Sektor - er besteht aus spezialisierten Finanzinstituten und Geschäftsbanken
  • nicht-finanzieller Privatsektor - besteht aus privaten Unternehmen, Aktiengesellschaften und internationalen Konzernen
  • internationale Organisationen - darunter die Weltbank, die Europäische Investitionsbank und andere regionale Entwicklungsbanken.

Es ist wissenswert, dass die Mehrzahl der Eurobonds nach britischem Recht oder unter der Rechtsprechung des Staates New York ausgegeben werden, unabhängig davon, wo sie vertrieben und notiert werden. Die Rückzahlungstermine dieser Wertpapiere variieren - sie können von mehreren bis hin zu mehreren Dutzend Jahren reichen. Am beliebtesten sind jedoch die, die für 3 bis 10 Jahre ausgegeben werden.

Wie erfolgt die Platzierung der Eurobond-Emission?

Der Großteil der Eurobonds wird einmalig ausgegeben. Sie kann auch unter dem EMTN - Euro Medium Term Note - Medium-term Bond Issue Programme begeben werden. Es ermöglicht die Platzierung von Emissionen in verschiedenen Währungen, in vielen Tranchen und zu jedem Zeitpunkt.

Auf dem Primärmarkt wird Emittiert durch:

  • private Emissionen - diese werden meist von kleinen Konsortien durchgeführt. Manchmal wird die Emission von einer Investmentbank durchgeführt, die Eurobonds in einem geschlossenen Kreis von Investoren vertreibt.
  • öffentliche Emissionen - für deren Durchführung wird ein spezielles Bankenkonsortium gegründet, das für die Platzierung von Eurobonds zuständig ist. Dieses Konsortium besteht aus
    einer Management (Management)-Gruppe - das sind die Investmentbanken, die die Details der Emission mit dem Emittenten abwickeln; Zeichnungsgruppe - Banken, die die Emission versichern. Ihre Aufgabe ist es, einen Teil der Eurobonds zu kaufen und damit einen Teil des Risikos zu übernehmen; die Verkaufsgruppe, die sich mit der Platzierung der Anleihen auf dem Markt beschäftigt.

Auch andere an der Platzierung von Eurobonds beteiligte Unternehmen sind an dieser Stelle erwähnenswert. Dies sind u.a. Vermittler, die die Wertpapiere für die Börsennotierung und Hinterlegung vorbereiten, ein Register der Anleihegläubiger führen oder sich um die Zahlung der ihnen zustehenden Zinsen kümmern. Die Anleihegläubiger werden ihrerseits durch einen Treuhänder vertreten.

Die traditionelle Emission von Eurobonds auf dem Primärmarkt besteht daher aus drei Phasen:

  1. Festlegung der anfänglichen Bedingungen der Emission, erste Vorbereitungen für die Emission und Erstellung der erforderlichen Dokumente, insbesondere des Prospekts.
  2. Präsentation von Eurobonds bei Investoren und Quotierungen sowie Einholung von Erstaufträgen zum Kauf von Eurobonds.
  3. den Verkauf von Eurobonds und die Überweisung von Geldern an den Emittenten.

Wer kann die Eurobonds kaufen?

Die wichtigsten Unternehmen, die Eurobonds kaufen, sind:

  • institutionelle Investoren, einschließlich Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften
  • Geschäftsbanken
  • einzelne Investoren

Unter Berücksichtigung des Wohnsitzlandes werden Anleihen, die auf EUR oder USD lauten, am häufigsten von Anlegern aus hoch entwickelten Ländern gekauft. Durch den Kauf von Eurobonds haben sie die Chance, höhere Gewinne zu erzielen als auf den heimischen Märkten.

Zinssatz für Eurobonds

Eurobonds, die einen festen Zinssatz haben, werden eher am Markt gekauft. Es werden aber auch Eurobonds mit variablen Zinssätzen ausgegeben, die immer auf einer bekannten internationalen wirtschaftlichen Grundlage basieren. Dazu gehört u.a. der LIBOR-Satz - das ist der Zinssatz für Kredite, die auf dem internationalen Markt in London vergeben werden, festgelegt um 11:00 GMT.

Eurobond-Notierungen

Der Sekundärhandel mit Eurobonds findet hauptsächlich auf dem OTC-Markt statt. Er wird hauptsächlich von Finanzinstituten organisiert, die international tätig sind. Sie sind aber auch börsennotiert. Wir können die Notierungen von Eurobonds u. a. an der Londoner Börse und der Luxemburger Börse überprüfen.

Eurobonds in Deutschland

Die Emission von Eurobonds ist eine Möglichkeit für deutsche Unternehmen, eine alternative Finanzierungsquelle zum Bankkredit zu erhalten. Es ist eine Art Beweis für die bedeutende Stellung des Unternehmens auf dem Markt, denn das Thema ist ein ernsthaftes Vorhaben und nicht jedes Unternehmen ist in der Lage, alle Anforderungen zu erfüllen.

Das Unternehmen muss verfügen:

  • über eine ausreichende finanzielle Leistungsfähigkeit verfügen, um unbesicherte Schuldtitel auszugeben
  • mit einem guten Rating bewertet sein
  • die Bedingungen für das Emissionsvolumen erfüllen - mind. 500 Mio. € an Emissionen.

Aus den oben genannten Gründen können sich nur die größten deutschen Unternehmen, die zu den sogenannten Blue Chips gehören, die Ausgabe von Eurobonds leisten. Wenn die Emission erfolgreich ist, wird das Unternehmen nicht nur Kapital erhalten, sondern auch auf dem internationalen Markt präsent sein und sein Image im Ausland stärken.

Wie unterscheiden sich Eurobonds von internationalen Anleihen?

Internationale Anleihen sind, wie Eurobonds, Schuldverschreibungen mit dem Unterschied, dass sie in der Währung des Landes ausgestellt sind, in dem sie verkauft werden. Sie werden unter der Rechtsprechung des Landes begeben, in dem sie platziert werden. Eurobonds unterliegen der Rechtsordnung des vom Emittenten im Verkaufsprospekt angegebenen Landes.

Disclaimer

Die erwähnten Wertpapiere stellen ausdrücklich keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Es handelt sich lediglich um unsere Meinung. Du entscheidest selbst was mit deinem Depot geschieht.

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