Rheinmetall Aktie: Prognose und Dividende 2021

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Rheinmetall - Fakten zum Unternehmen

Bevor Du in die Aktie von Rheinmetall investierst und Dich mit Prognose sowie Dividende beschäftigst, solltest Du Dich näher mit dem Unternehmen vertraut machen. Es handelt sich um ein deutsches Unternehmen aus dem Sektor Maschinenbau, Logistik und Verkehr. Jeder Anleger muss selbst mit seinem Gewissen entscheiden, ob er in die Aktie investieren möchte, da es sich um einen Rüstungskonzern handelt. Es ist jedoch auch ein Automobilzulieferer. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf wurde bereits im April 1889 gegründet. Das Unternehmen trug damals noch den Namen Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft und sollte dem Deutschen Reich Munition liefern. Das Unternehmen florierte vor allem in den beiden Weltkriegen und beschäftigte während des Zweiten Weltkriegs auch Zwangsarbeiter. Im Laufe der Jahre gab es verschiedene Veränderungen. In die Kritik geriet Rheinmetall unter anderem 2013 wegen Lieferungen von Leopard-Panzern nach Indonesien und Bomben nach Saudi-Arabien.

Die Stiftung ethecon stellte den Rüstungskonzern mit dem Internationalen ethecon Black Planet Award 2017 an den Pranger. Die Kritik ging an den Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger, den Vorsitzenden des Aufsichtsrats Ulrich Grillo, den Großaktionär Ulrich Fink und den Vorstandsvorsitzenden der PRUDENTIAL PLC Paul Manduca. Die Kritik wurde mit Verletzung der Menschenrechte, Zerstörung der Umwelt und Förderung von Krieg begründet.
Rheinmetall gliedert sich in die Geschäftsbereiche

  • Fahrzeugsysteme
  • Waffen und Munition
  • Antriebe
  • Flugabwehr
  • Verteidigungselektronik
  • Simulation und Ausbildung.

Während der Corona-Pandemie lieferte das Unternehmen Persönliche Schutzausrüstung (PSA) an behördliche Stellen in Deutschland, zu der OP-Masken, FFP2- und FFP3-Masken, Nitril-Einmalhandschuhe und Infektionsschutzkittel gehören.

Die Fakten des Unternehmens im Überblick

Um eine Prognose für die Aktie von Rheinmetall abzugeben, solltest Du die wichtigsten Fakten des Unternehmens kennen:

  • Gründung: 13. April 1889
  • Firmensitz: Düsseldorf
  • Branche: Maschinenbau, Rüstungsindustrie, Automobilzulieferer
  • Umsatz Stand 2020: 5,9 Milliarden Euro
  • Jahresüberschuss 2020: 0,03 Milliarden Euro
  • Bilanzsumme 2020: 7,27 Milliarden Euro
  • Eigenkapitalquote 2020: 25,98 Prozent
  • Mitarbeiterzahl weltweit 2020: 25.329
  • Umsatz je Mitarbeiter 2020: 1.066 Euro
  • Personalkosten 2020: 1,72 Milliarden Euro
  • Nettogewinn 2020: minus 27 Millionen Euro
  • Index, in dem das Unternehmen gelistet ist: MDAX
  • Aktien-Kennnummern: WKN 703000, ISIN DE0007030009

Auffällig ist das Minus 2020 beim Nettogewinn. Anleger werden sich fragen, ob trotzdem eine Dividende gezahlt wird.

Rheinmetall im MDAX

Rheinmetall ist seit April 1994 im MDAX gelistet, dem deutschen Nebenindex mit Unternehmen mit einer mittleren Marktkapitalisierung. Die Indexgewichtung ist mit 1,11 Prozent eher gering. Die Zahl der im Umlauf befindlichen Aktien liegt bei 43.558.850. Die Marktkapitalisierung macht 3.721,62 Millionen Euro aus. Neben dem Bauunternehmen Hochtief ist der Rüstungskonzern Rheinmetall eines der beiden Unternehmen, die durchgängig im MDAX gelistet sind. Hochtief und Rheinmetall gehören zu den 70 Gründungsmitgliedern des MDAX. Die Zusammensetzung des MDAX ändert sich häufig, da Unternehmen in den DAX aufrücken oder in den MDAX absteigen. Der Rüstungskonzern ist bislang noch nie in den DAX aufgestiegen oder in den MDAX abgestiegen.

Entwicklung der Aktie im letzten halben Jahr

Aktuell notiert die Aktie des Rüstungskonzerns bei etwas über 80 Euro. In den letzten zwölf Monaten trat die Aktie ziemlich auf der Stelle. Die Sechs-Monats-Performance liegt bei minus 8,0 Prozent. Die Aktie konnte 2019 einen Kursgewinn von 32,0 Prozent erzielen, während der Wert an der Börse 2020 um 14,6 Prozent gefallen ist. Das bislang erfolgreichste Jahr des Unternehmens war 2001. Aktionäre konnten sich über einen Kursgewinn von 120,0 Prozent freuen.
Wer vor zehn Jahren in die Akie investiert hat, konnte insgesamt einen Gewinn von 25,1 Prozent verzeichnen. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Performance von 2,3 Prozent.

Eine wichtige Kennzahl, um eine Prognose zu stellen, ist die Verlust-Ratio. Die Häufigkeit eines Kursverlusts wird mit dem gewichteten Durchschnittsverlust multipliziert. Das Risiko eines Investments ist umso höher, je höher die Verlust-Ratio ist. Die Verlust-Ratio der Rheinmetall-Aktie liegt bei 3,1, was ein höheres Risiko bedeutet.

Seit dem 6. Juli 2021 befindet sich die Aktie von Rheinmetall im langfristigen Abwärtstrend. Sie hat in diesem Zeitraum einen Wertverlust von 1 Prozent verzeichnet. Ist dieser Abwärtstrend ein Grund, jetzt zu investieren? Um eine Prognose abzugeben, müssen verschiedene Faktoren betrachtet werden. Allerdings hat das Unternehmen eine Dividende gezahlt.

Erwartungen übertroffen im ersten Quartal 2021

Die Quartalszahlen für das zweite Quartal 2021 liegen noch nicht vor, doch ein Blick auf die Quartalszahlen aus dem ersten Quartal 2021 zeigt, dass die Erwartungen übertroffen wurden. Schon im ersten Quartal war die Aktie schwach. Im ersten Quartal 2021 stiegen die Erlöse auf ungefähr 1,38 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 3,4 Prozent entspricht. Der Konzern konnte im ersten Quartal 2021 das operative Ergebnis ohne Sondereffekte auf 85 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Positiv wirkten sich Sparmaßnahmen, vorgezogene Munitionslieferungen an Kunden und die Erholung in der Autobranche aus. Die Marge konnte von ca. 2,5 auf 6 Prozent steigen.

Der Konzern selbst gibt eine positive Prognose für 2021 ab. Ein Umsatzplus von sieben bis neun Prozent wird erwartet. Die operative Marge soll bei acht bis neun Prozent liegen. Auch bezüglich der Dividende ist die Prognose positiv. Einige Analysten raten zum Kauf der Aktie, denn jetzt ist der Kurs niedrig. Er könnte sich nach Meinung der Analysten langfristig wieder erholen. Das Kursziel liegt zwischen 101 und 121 Euro.

Großauftrag gibt neue Hoffnung

Die Aktie von Rheinmetall hat es bislang mit ihrem Kurs nicht in den dreistelligen Bereich geschafft und verzeichnet jetzt sogar einen Abwärtstrend. Ende Juni 2021 bekam Rheinmetall einen Großauftrag von der Bundeswehr. Wie der Konzern mitteilte, soll das Volumen des Großauftrags mehr als eine halbe Milliarde Euro ausmachen. Das Gemeinschaftsunternehmen PSM GmbH wurde von der Bundeswehr beauftragt, den Schützenpanzer Puma auf einen einheitlichen Konstruktionsstand aufzurüsten. Die PSM GmbH gehört jeweils zu 50 Prozent dem Münchner Rüstungskonzern Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall. Die Nachrüstungsmaßnahmen sollen von Juli 2021 bis 2029 laufen.

Im ersten Schritt sollen 154 Panzer aufgerüstet werden, was für das Konsortium ein Volumen von 1,04 Milliarden Euro brutto ausmacht. Das Auftragsvolumen für Rheinmetall liegt bei 501 Milliarden Euro. Rheinmetall erhofft sich davon Nachfolgeaufträge für das Konsortium. Erwartet wird ein Auftrag zur Modernisierung von weiteren 140 Schützenpanzern, der ein Volumen von 820 Millionen Euro haben soll.

Wie steht es um die Dividende?

Für viele Anleger ist die Dividende ein willkommenes Passiveinkommen und ein Grund, in eine Aktie zu investieren. Auch wenn sich der Nettogewinn 2020 negativ entwickelt hat, zahlt Rheinmetall eine Dividende. Die Zahlung der Dividende wird auf der Hauptversammlung beschlossen. Die Hauptversammlung fand am 11. Mai 2021 statt. Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung 2021 beschlossen, für 2020 eine Dividende von 2,00 Euro pro Aktie zu zahlen. Das ist eine hohe Dividende, denn bei verschiedenen anderen Aktien liegt die Dividende pro Aktie im Centbereich. Nach der Dividendenzahlung notiert die Aktie ex Dividende. Der Kurs reduziert sich um die Dividende. Eine gute Dividende muss aber kein Anlass für eine gute Prognose sein.

Zur Zeit der Dividendenzahlung lag der Kurs der Aktie bei 80,74 Euro. Das entspricht einer Dividendenrendite von 2,48 Prozent. Zur Ermittlung der Dividendenrendite wird die Dividende durch den Aktienkurs dividiert und das Ergebnis mit 100 multipliziert. Die Dividendenrendite ist allerdings nicht überzubewerten. Auch ein niedriger Aktienkurs führt zu einer hohen Dividendenrendite.

Die Entwicklung der Dividende in den vergangenen Jahren

Um eine Entscheidung zu treffen, ob eine Investition in die Aktie von Rheinmetall sinnvoll ist, solltest Du Dich auch mit der Entwicklung der Dividende in den vergangenen Jahren beschäftigen.

Die Zahlung der Dividende wird bis zum Jahr 2014 zurückverfolgt, als sie für das Jahr 2013 erfolgte. Die Dividende hat sich folgendermaßen entwickelt:

  • 2014 für 2013: 0,40 Euro
  • 2015 für 2014: 0,30 Euro
  • 2016 für 2015: 1,10 Euro
  • 2017 für 2016: 1,45 Euro
  • 2018 für 2017: 1,70 Euro
  • 2019 für 2018: 2,10 Euro
  • 2020 für 2019: 2,40 Euro
  • 2021 für 2020: 2,00 Euro

Du siehst also, dass zwar in den letzten Jahren jährlich eine Dividende gezahlt wurde, aber dass die Zahlung nicht stabil war. Die Dividende hat sich zwar über einen kurzen Zeitraum kontinuierlich erhöht, doch 2021 ist sie im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Die Steigerung der letzten fünf Jahre lag bei 15,11 Prozent. In den letzten zehn Jahren kann die Steigerung mit 3,16 Prozent angegeben werden. Die erwartete Steigerung liegt bei 3,33 Prozent. Die Stabilität der Dividende wird mit 0,65 angegeben. Die maximale Stabilität liegt bei 1,0. Die Dividende von Rheinmetall ist also ziemlich stabil.

Für die kommenden Jahre wird für die Aktie von Rheinmetall eine Steigerung der Dividende erwartet. Von 2022 bis 2024 soll die Dividende in jedem Jahr gesteigert werden. Das könnte auch eine positive Prognose für die Investition in die Aktie sein.

Aktie von Rheinmetall: Wo kaufen?

Möchtest Du in die Aktie von Rheinmetall investieren, musst Du Dich näher mit der Prognose beschäftigen. Gegenwärtig ist ein Abwärtstrend zu verzeichnen, doch der Großauftrag könnte ein Grund für eine bessere Prognose sein. Ob Du investieren möchtest, musst Du mit Deinem Gewissen entscheiden. Du kannst die Aktie bei einer Filialbank ordern, doch ist das mit ziemlich hohen Kosten verbunden. Sinnvoller ist die Investition bei einem Online-Broker. Du solltest die Konditionen der Broker vergleichen und dabei auf die Orderprovision sowie die Handelsplatzgebühr achten. Du benötigst für die Investition in die Aktie ein Depot, das bei den meisten Online-Brokern kostenlos verfügbar ist.

Einzelaktie oder ETF?

Die Investition in die Einzelaktie von Rheinmetall ist mit einem ziemlich hohen Risiko verbunden. Immer mehr Anleger achten auf Nachhaltigkeitskriterien, zu denen der Ausschluss von Unternehmen gehört, die in der Rüstungsbranche tätig sind. Langfristig könnte das zu einer negativen Prognose führen.
Eine bessere Risikostreuung bietet ein ETF auf den MDAX, in dem die Aktie von Rheinmetall enthalten ist. Gegenwärtig gibt es sieben ETFs auf den MDAX. Das höchste Fondsvolumen hat dieser ETF:

iShares MDAX UCITS ETF (DE) ISIN DE0005933923, WKN 593392
Das Fondsvolumen liegt bei 1.810 Millionen Euro. Der Fonds ist thesaurierend und hat mit 14,63 Prozent eine ziemlich geringe Volatilität. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,51 Prozent. Der ETF verzeichnet mit 30,17 Prozent eine attraktive Rendite. Der ETF repliziert vollständig physisch.

Fazit: Rheinmetall Aktie im Abwärtstrend

Rheinmetall ist ein deutscher Rüstungskonzern und Automobilzulieferer, der im MDAX gelistet ist. Die Aktie verzeichnet gegenwärtig einen Abwärtstrend, trotzdem sich die Unternehmenszahlen gut entwickelt haben. Einige Experten geben eine positive Prognose für die Aktie ab. Auch eine Dividende wurde in den letzten Jahren gezahlt. Das Unternehmen hat Ende Juli 2021 einen Großauftrag erhalten, der Grund für eine positive Prognose bietet. Du kannst auch in einen ETF in den MDAX investieren, in dem die Aktie enthalten ist.

Disclaimer

Die erwähnten Wertpapiere stellen ausdrücklich keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar. Es handelt sich lediglich um unsere Meinung. Du entscheidest selbst was mit deinem Depot geschieht.

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